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FAQ

Frage zu „Allergen-Kennzeichnung“

Ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit zu dem Thema „Allergenkennzeichnung loser Ware“ und benötige hierzu Informationen in Bezug auf Sanktionsmöglichkeiten oder verwaltungsrechtliche Maßnahmen der Behörde. Gibt es hierzu vielleicht einen Vordruck für eine Musterverfügung? oder können Sie mir vielleicht mitteilen, wie das Verfahren der Lebensmittelüberwachung bei Nichtumsetzung oder Falschumsetzung geregelt ist?

Antwort:

Zur Ahndung von Verstößen gegen die Vorschriften der VO (EG) 1169/2011 (LMIV) werden die Sanktionsmöglichkeiten aus dem Lebensmittel und Futtermittel Gesetzbuch (LFGB) herangezogen.

Leider können wir Ihnen kein Muster einer Anhörung oder einer Verfügung zu kommen lassen. Da jeder Fall ein Einzelfall ist, gibt es keinen Musteranhörung oder Musterverfügung. Die Vorgehensweise ergibt sich aus den Landesverwaltungsverfahrensgesetzes BW (LVwVfG) um den geforderten Maßnahmen Nachdruck zu verleihen, werden üblicherweise geeigneten Zwangsmittel angedroht und ggf. nach den Landesvollstreckungsgesetz (LVwVG) durchgesetzt.

Frage zu „Ausbildung zum Lebensmittel-Kontrolleur“

Ich studiere noch an der Hochschule in Neubrandenburg Lebensmitteltechnologie und werde voraussichtlich meinen Bachelor im März dieses Jahres verteidigen. Schon während des Studiums habe ich gemerkt, dass ich mich in meiner kommenden Zukunft von Herzen gerne mit der Sicherheit der Lebensmittel geschäftigen möchte.

Ich habe schon bei vielen Ämtern und auch Betrieben nachgeschaut und nachgefragt, aber es werden nur Lebensmittelkontrolleure mit abgeschlossener Ausbildung gesucht. Meine Frage an Sie, wie erreiche ich diese Ausbildung und vielleicht könnten Sie mir einen Rat geben, wo ich solch eine Ausbildung absolvieren kann?

Antwort:

Die Weiterbildung zum Lebensmittelkontrolleur ist eine Duale – Ausbildung. In Baden – Württemberg ist die Ausbildung an einer unteren Lebensmittelüberwachung und an der Akat – Vet. zu absolvieren.

Stellenanzeigen finden Sie auf unserer Homepage unter Ausbildung.

Frage zu „Fingernägeln/Gel-Nägel“

Ist es erlaubt in einem Lebensmittelberuf Gel-Nägel zu tragen? Ich muss dazu sagen, dass es die eigenen Nägel sind und kurz gehalten werden. Ich habe schon in Erfahrung gebracht, dass sich weniger Bakterien auf diesen Nägeln absetzen wie bei natürlichen Nägeln. Gibt es dafür ein Gesetz, dass es verboten ist? Dann hätte ich gerne eine Kopie davon.

Antwort:

Die lebensmittelrechtlichen Vorschriften verweisen darauf, dass Lebensmittel vor Kontamination und nachteiliger Beeinflussung zu schützen sind. Da sie nicht genau beschreiben, was Ihre Tätigkeit ist, kann ich Ihre Frage leider nicht eindeutiger beantworten.

Frage zu „Rückstell-Proben“

Ist es korrekt, dass inzwischen von allen selbst hergestellten Speisen eine GESAMTE Abfüllung von 150g für die Rückstellprobe ausreicht?

Lt. DIN 10506 wird empfohlen von JEDER selbst hergestellten Komponente jeweils eine Rückstellprobe von mindestens 100g zu entnehmen. Gab es eine Änderung in der DIN 10506?

Antwort:

Rückstellproben dienen im Erkrankungsfall zur Ursachenforschung. Daher ist es sehr Interessant, welche der verzehrten Speisen die Quelle der Erkrankung war, um nachfolgend entsprechende Vorkehrungen treffen zu können um etwaige Probleme für die Zukunft zu beseitigen.

Ich habe Ihnen von Niedersächsischem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) nachfolgendes zum Thema „Rückverfolgbarkeit in der Gemeinschaftsverpflegung“ rausgesucht.

Welche Menge sollte entnommen und welche Probengefäße sollten verwendet werden? Die DIN 10526 („Lebensmittelhygiene - Rückstellproben in der Gemeinschaftsverpflegung") gibt eine Probenmenge von mindestens 100 g bzw. 100 ml je Menükomponente an. Um eine umfassende Untersuchung im Erkrankungsfall sicherzustellen, sind größere Probenmengen (mindestens 200 g bzw. 200 ml) anzuraten. Die Menükomponenten sollten jeweils separat in ein Gefäß gefüllt werden.

Die Gefäße sollten sauber und trocken sowie verschließbar sein. Möglich ist auch das Einschweißen in Einweg-Kunststoffbeutel. Bei der Verwendung von Mehrweggefäßen ist darauf zu achten, dass diese vor dem erneuten Benutzen gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Wie und wie lange sollten Rückstellproben aufbewahrt werden?

Rückstellproben sollten tiefgefroren (- 18°C) aufbewahrt werden. Die DIN 10526 („Lebensmittelhygiene - Rückstellproben in der Gemeinschaftsverpflegung") gibt eine Mindestlagerdauer von 7 Tagen an. Die Praxis hat gezeigt, dass dieser Zeitraum meist zu kurz bemessen ist, da zwischen dem Verzehr eines kontaminierten Lebensmittels, der Diagnosestellung und der Einschaltung der amtlichen Lebensmittelüberwachung häufig mehr als 7 Tage vergehen. Es ist daher sinnvoll, die Rückstellproben mindestens 14 Tage aufzubewahren.

Frage zu „Ausbildung zum Lebenmittel-Kontrolleur“

Gibt es eine Möglichkeit die Weiterbildung zum Lebensmittelkontrolleur nicht beim Landratsamt zu machen?

Ich hab mich in ganz Baden-Württemberg beworben und nur Absagen erhalten (obwohl es bei mir eine Umschulung handeln würde). Aufgrund der vielen Bewerbungen von anderen Interessierten, hat man leider kaum eine Chance in diesen Bereich rein zu kommen. Vielleicht könnten Sie mir ja weiterhelfen, um bei meinem Traum weiter zukommen.

Antwort:

Die Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur erfolgt in Baden - Württemberg entsprechend der Verordnung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über die Ausbildung und Prüfung von Lebensmittelkontrolleurinnen und Lebensmittelkontrolleuren (kurz: APrO - LMK).

Im Abschnitt II der APrO- LMK § 5 Abs. 1 ist die Ausbildungsbehörden die Landratsämter und die Bürgermeisterämter der Stadtkreise.

Somit ist die Weiterbildung / Ausbildung in Baden - Württemberg nur über eine Ausbildungsstelle beim Veterinäramt möglich.

Da es sich um eine duale Ausbildung handelt, ist mir kein Bundesland bekannt in dem die Ausbildung nur theoretisch in einer Schule oder Akademie usw. erfolgt.

Frage zu „Lagerung von tiefgefrorenen Brötchen“

Ich habe eine Frage: Wie lange kann man tiefgefrorene Brötchen (waren frisch vom Bäcker) aufbewahren in einem Altenheim?

Antwort:

Es ist uns nicht gekannt, unter welchen Umständen das Brötchen eingefroren wird (z.B. schnellst möglich mit Stickstoff oder ganz langsam in einem überfüllten Tiefkühlschrank), dies ist für die Qualität des aufgetauten Erzeugnisses und für die Haltbarkeit des Produktes im tiefgekühlten Zustand entscheidend. Des Weiteren ist uns nicht bekannt, wie das Brötchen nach dem auftauen verwendet wird (für Semmelknödel, Ofen Schlüpfer usw. oder als Frühstücksbrötchen).

Eine wichtige Rolle Spielt auch der Zustand des Gefriergutes, in Ihrem Fall die Brötchen (wie ist der ausback Grad und wie alt ist das Gebäck bereits usw.), dies ist mitunter auch für die Qualität des Produktes nach dem auftauen relevant.

Daher können wir Ihnen keine abschließende Empfehlung für die Aufbewahrungsfrist der Brötchen nennen, dies legt der Betreiber (der Lebensmittelunternehmer) des Altersheims fest, Anhand der oben genannten Faktoren.

Frage zu „Desinfektion von Händen“

Aus Hautschutzgründen empfehlen wir das Auftragen von Hautschutzcreme vor der Händedesinfektion. In hygienisch sensiblen Bereichen empfehlen wir, dies mit der Betriebshygiene abzusprechen oder aufeinander abgestimmte Präparate eines Hersteller, der die Unbedenklichkeit bescheinigt, zu verwenden. Gerne würden wir diese Empfehlung für unsere Kleinbetriebe allgemeiner aussprechen.

Weiter haben wir in unserem Musterhautschutz- und Hygieneplan derzeit im Lebensmittelverkauf kein Desinfektionsmittel vorgesehen. Gründliches Händewaschen und sorgfältiges Abtrocknen nach der Toilette wird von uns empfohlen (http://machmit-hautfit.de/11093/47389?wc_lkm=11687).

Antwort:

Eine allgemeine Empfehlung dies bezüglich auszusprechen halte ich für nicht machbar. Jedem Lebensmittelunternehmer steht es frei seine zur Handhygiene verwendeten Produkte selbst auszuwählen, somit kann eine allgemeine Empfehlung nicht ausgesprochen werden. Da jedes Produkt entsprechend seiner Zusammensetzung ggf. anders angewendet werden muss, entstehen schon hier für eine allgemeine Aussage die ersten Probleme.

Die Problematik, welches Gewerk und welcher Betrieb wie die Vorgaben der Handhygiene umsetzt, kann nicht allgemein gelöst werden. Der Lebensmittelunternehmer stellt anhand seiner Risikoanalyse (die auf seinen Betreib abgestimmt wurde) das HACCP – Konzept, in dem er die Gefahren die durch eine Kontamination durch den Mitarbeiter lenkt. Hierzu werden ggf. entsprechende Arbeitsanweisung unter Bezugnahme der Dosieranleitung und dem Anwendungszweck (der verwendeten Produkte wie z.B. der Seifen, des Desinfektionsmittel und der Handschutzkrem) zu erstellen. Eine Verwendung von Handcreme zur Pflege und Schutz der Haut ist Lebensmittelrechtlich nicht relevant

Frage zu „Speicherheizung in der Nähe von Backwaren“

Habe in einer Bäckereifiliale eine alte Speicherheizung in der Nähe der Backwaren entdeckt. Diese fördernd bei Betrieb Lungenkrebs für Käufer und Mitarbeiter. Kann das sein?

Antwort:

Da sich meiner Auffassung nach keine Gefahr einer Kontamination der Backwaren durch die Speicherheizung ergibt, ist hierfür die Lebensmittelüberwachung nicht der richtige Ansprechpartner.

Sie weißen darauf hin, dass die Mitarbeiter und die Kunden durch den Betrieb einer solchen Heizung ggf. einem erhöhtem Risiko einer Lungenkrebserkrankung ausgesetzt sind. Zunächst würde ich mich an Ihrer Stelle, an das zuständige Gewerbeaufsichtsamt und an das Ordnungsamt der Stadt mit o.g. Sachverhalt wenden.

Frage zu „Meldung einer Erkrankung nach Verzehr von Speisen“

Letzte Woche war ich zusammen mit einer Kollegin beim Essen in einem Lokal. Das Essen schmeckte, da war nichts zu beanstanden. Am Folgetag war alles normal, der Tagesablauf und der Abend waren ohne Auffälligkeiten. Gegen 22:00 Uhr fing es langsam in meinem Bauch zu rebellieren an. Gegen 02:00 Uhr in der Nacht, wachte ich nach langem hin- und her wälzen schweißgebadet auf und sprang zur Toilette. Weitere Details möchte ich hier nicht schildern. Am Morgen berichtete mir meine Kollegin von ähnlichen Symptomen.

Wir erfuhren, dass weitere Kolleginnen nach dem Besuch des Lokals erkrankt sind. Da wir feststellten mussten, im gleichen Lokal, das gleiche gegessen zu haben, kann es eigentlich nur daran liegen. Meine Frage nun: Muss ich dies melden? Wenn ja wem? Und wie gehe ich damit um, in einem Lokal verdorbene Speisen bekommen zu haben?

Antwort:

Sie sollten umgehend Kontakt mit der zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörde (LMÜ) aufnehmen und die Symptome schildern. Des Weiteren ist es für die Kollegen wichtig alle Komponenten der Verzehrten Speisen aufzuzählen. Das eine entsprechende Probenerhebung durch die Lebensmittelüberwachung erfolgen kann.

Sollten Sie einen Arzt aufgesucht haben und ggf. sogar Stuhlproben usw. abgegeben haben, sollten Sie dies der LMÜ mitteilen. Die Lebensmittelkontrolleure werden das Gesundheitsamt informieren um ggf. die Laborergebnisse beim Privatlabor des Hausarztes abzufragen. Bei einem positiven Befund, kann das Gesundheitsamt es veranlassen, die gewonnenen Isolate des Privatlabors, dem Landesgesundheitsamt zuzusenden. Da dies ggf. für einen Abgleich mit dem Lebensmittelproben von Bedeutung sein kann.

Frage zu „Neugründung eines Betriebes im Backwaren-Verkauf“

Ich wollte mich einmal informieren, wie der Ablauf bei einer neu Existenzgründung ist. Vorerst möchte meine Frau ein Kleingewerbe anmelden und Backwaren im keinen Rahmen verkaufen. Wie ist die Rechtslage wenn zu Beginn der Neugründung noch in der Privaten Küche gebacken wird?

Antwort:

Das Herstellen von Backwaren ist ein meisterpflichtiges Gewerk. Da Sie keine Angaben zu der Ausbildung Ihrer Frau gemacht haben, gehe ich davon aus, dass Sie nicht im Besitz eines Meistertitels im Bäcker- oder Konditorhandwerkt ist. Sie sollten daher bei der zuständigen Handwerkskammer klären ob Sie diese Tätigkeit ausüben darf.

Da Sie geplant haben, am Anfang die Backwaren in der heimischen Küche herzustellen, sollten Sie sich dringend an die zuständige Lebensmittelüberwachung wenden. Ich sehe bei der Nutzung der privaten Räumlichkeiten Probleme bei der Abgrenzung zwischen Gewerblich bzw. Privat. Die zuständigen Kollegen Vorort werden Ihnen sicher gerne weiter helfen.

Des Weiteren ist vorab mit dem zuständigen Bauamt zu klären, ob für die Nutzung der Räumlichkeiten eine entsprechende Nutzungsänderung zu beantragen ist. Für die Gewerbeanmeldung müssten Sie sich an das zuständige Gewerbeamt werden.

Frage zu „Verkauf von Lebensmittel online und auf Märkten“

Wir möchten gerne Suppen produzieren und diese online und auf Märkten verkaufen. Welche Bedingungen müssen wir erfüllen?

Antwort:

Es müssen für die Herstellung von Lebensmitteln die Vorgaben der VO (EG) 852/2004 und der LMHV eingehalten werden. Sollte es sich um Suppen aus tierischen Produkten handeln, ist zu prüfen, ob hier eine Zulassungspflicht nach den Vorgaben der VO (EG) 853/2004 benötigt wird oder es sich um eine nebensächliche Tätigkeit des Einzelhandels handelt.

Da Sie voraussichtlich die Suppen als Fertigpackungen anbieten werden, sind die entsprechenden Kennzeichnungselemente der VO(EG)1196/2011, der ZZulV, der FertigpV und der Eichgesetzes zu beachten. Ich würde Ihnen anraten, Ihrer zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörde zu kontaktieren um die Fragen in Detail zu klären.